Computerexperten ergattern Großauftrag
Delta Barth Systemhaus aus Limbach-Oberfrohna stattet kommunalen Software-Dienstleister aus - Unternehmen profitiert von der Krise
Selbst Experten für Informationstechnologie brauchen manchmal Hilfe von anderen Experten: Deshalb läuft auf allen Rechnern des Zweckverbands Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen (Kisa) ab Juli ein Programm aus Limbach-Oberfrohna. Entwickelt hat es die Delta Barth Systemhaus GmbH. "Dieses Programm wird künftig alle kaufmännischen Prozesse bei dem Verband steuern", sagt Annett Barth, die seit 2007 in der Geschäftsführung des Unternehmens arbeitet. Der Großauftrag sei wichtig für die Software-Entwickler. "Dass wir ein Unternehmen aus der Branche mit unserem Programm versorgen, spricht für sich", sagt die 31-jährige.
Die Kisa selbst versorgt mehr als 700 Kreis-, Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie kommunale Einrichtungen in Sachsen mit Computerprogrammen - am bekanntesten ist das in vielen Verwaltungen eingesetzte virtuelle Rathaus, mit dem sich die Kommunen im Internet präsentieren. Bürger können sich etwa Formulare herunterladen, aber auch über Veranstaltungen informieren. Mit dem Programm aus Limbach-Oberfrohna steuert die Kisa wichtige Prozesse: von Angeboten und Aufträgen über Bestellungen bis hin zu Rechnungen und Zahlungsverkehr. "Unsere Software wird dazu beitragen, Vorgänge zu vereinfachen", so Barth. Das verschaffe den Kisa-Mitarbeitern mehr Zeit für ihr Kerngeschäft.
Das von Delta Barth entwickelte Programm läuft nicht nur auf Kisa-Rechnern, sondern auch auf Computern von mehr als 200 Firmen. Das Programm soll die Produktionsabläufe bei Fertigungsunternehmen vereinfachen. So werden neben kaufmännischen Vorgängen wie Auftragseingängen und Rechnungslegung auch Fertigungsprozesse gesteuert, etwa die Verwaltung von Stücklisten verschiedener Materialien und Arbeitsgänge in der Fertigung.
Die Kunden von Delta Barth kommen aus der Textil- und Bekleidungsindustrie, dem Metall- und Maschinenbau sowie der Elektro- und Halbleiterindustrie. So beliefert das Unternehmen unter anderem Adidas, Bosch, die Limbacher Oberflächenveredelung, Choren Industries aus Freiberg, aber auch den Spielzeughersteller Erzi aus Grünhainichen. Um mehr Kunden in Baden-Württemberg und Bayern zu gewinnen, hat Delta eine Vertriebsniederlassung in München gegründet. Auch auf der am Montag beginnenden Hannover Messe, der weltweit größten Industrie-Messe, ist Delta Barth präsent. "Dort sitzen potenzielle Kunden", so Barth.
Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 2,6 Millionen Euro. Derzeit sind 49 Mitarbeiter am Firmensitz an der Ludwig-Richter-Straße beschäftigt. Die Weltwirtschaftskrise hat dem Software-Entwickler nicht geschadet. Viele von der Krise betroffene Unternehmen nutzten die auftragsarme Zeit, um ihre Computerprogramme zu verbessern. "Wir haben sogar von der Krise profitiert", so Barth.
